18. Leipziger Typotage am 13. Oktober 2012

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RA Dr. Stefan Haupt

Sammlung Haupt, Berlin (    www.sammlung-haupt.de)

Rechtsanwalt Dr. Stefan Haupt, geboren 1962 in Berlin, studierte die Rechtswissenschaften in Leipzig und promovierte an der Humbold-Universität Berlin. Er ist seit 1990 in Berlin als selbständiger Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei in den Schwerpunkten Urheber-, Medien- und Verlagsrecht tätig und war seit 1997 in diversen Lehr- und Referentenaufträge aktiv. Neben einer Vielzahl veröffentlichter Beiträgen in Fachpublikationen, ist er seit 2006 auch Herausgeber und Autor der Schriftenreihe »Berliner Bibliothek zum Urheberrecht« im Verlag Medien und Recht, München. Auf dem Schnittpunkt seiner beruflichen Tätigkeit mit dem Schwerpunkt urheberechtlicher Interessenvertretung und seinem eigenen Interesse an bildender Kunst wandte er sich Mitte der 90er Jahre dem Thema Geldkunst zu. Seine Sammlung »Dreißig Silberlinge - Kunst und Geld« umfasst heute 160 Werke zum Thema »Geld und Kunst«.

Referat: Kunst und Geld aus Sicht eines Sammlers

Ausgehend von seiner Affinität zum Thema Geldkunst tangieren die Ausführungen von Dr. Stefan Haupt unterschiedliche Aspekte der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Themas Geld. Schwerpunkte des Vortrags sind dabei neben der künstlerischen Überarbeitung von Echtgeld und Fundstücken (ready mades) die Kreation von sogenanntem Künstlergeld in den zahlungsmittelbezogenen Segmenten Scheine und Münzen. In diesem Zusammenhang werden rechtliche Akzente, wie beispielsweise der gegenüber Geldkünstlern erhobene Vorwurf der Fälscherei, facettenreich und anschaulich diskutiert, was sowohl Schlaglichter auf die künstlerische Freiheit als auch die Auslegung und Anwendung bestehender Rechtsvorschriften wirft.

Reinhold Gerstetter

Gerstetter Consulting, Teltow/Berlin (    www.gerstetter.com)

Reinhold Gerstetter, geboren 1945 in Leonberg in Baden-Württemberg, absolvierte eine Ausbildung an der höheren grafischen Fachschule in Stuttgart. Später arbeitet er als Graphik Designer und Art-Director sowohl freiberuflich als für mehrere Werbeagenturen in London und Berlin. Von 1979 bis 2001 als Chef-Designer und Art-Director bei der Bundesdruckerei tätig, war er für das Design von Briefmarken, Ausweisdokumenten und Banknoten sowie der Entwicklung von Sicherheitsmerkmalen für Selbige, verantwortlich. Neben der letzten DM-Serie, die Anfang der neunziger Jahre ausgegeben wurde, entwarf er auch Banknoten für Spanien, Peru, Bolivien und Estland. Seit 2001 ist er mit seiner Firma Gerstetter Consulting GmbH, als Entwickler von Musterbanknoten und als technischer Berater in Fragen der Drucksicherheit, für verschiedenen Länder und Konzerne tätig.

Referat: Einblicke in die Banknotengestaltung

Die Gestaltung von Banknoten ist eine vielschichtige und komplexe Aufgabe. Um dies aufzuzeigen, liefert Reinhold Gerstetter anhand langjähriger eigener Erfahrungen Einblicke in die Gestaltung von Banknoten und welche Problematiken dabei auftreten können.

Dr. Franziska Jungmann-Stadler

HVB Stiftung Geldscheinsammlung, München (    www.geldscheinsammlung.de)

Franziska Jungmann-Stadler, geboren 1938, studierte Geschichte und Germanistik mit Abschluss Promotion. Von 1966 bis 1970 war sie als Wissenschaftliche Angestellte bei der Bayerischen Staatsbibliothek tätig bevor sie eine Familienpause einlegte. Ab 1978 arbeitete sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Bayerische Akademie der Wissenschaften. Von 1982 bis 2003 betreute sie das Historische Archiv der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank bzw. HypoVereinsbank und ist seit 2003 Vorstand der HVB Stiftung Geldscheinsammlung.

Referat: Notenbild und Fälschungsschutz. Beobachtungen am Papiergeld des späten 18. bis frühen 20. Jahrhunderts

In ihrem Vortrag erläutert Dr. Jungmann-Stadler wie durch Gestaltung der Banknoten und durch Verwendung eines geeigneten Papiers seit jeher der größtmögliche Fälschungsschutz erreicht werden sollte. Anhand von Beispielen aus dem 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert wird gezeigt, wie sich das Notenbild in Korrelation mit der Entwicklung der Drucktechnik und dem Zeitgeschmack änderte. Anfangs wurde der Notentext nur mehr oder weniger reich gerahmt, erst spät kamen figürliche oder ornamentale Kompositionen hinzu. Von den Münzbildern her gewohnte bildliche Darstellungen (Personifikationen, Herrscherbildnisse) wanderten als Motiv auf die Banknoten.

Bernd Merbitz

Polizeipräsident Leipzig (    www.polizei.sachsen.de/zentral)

Bernd Merbitz, 1956 in Zumroda geboren, absolvierte von 1984 bis 1986 ein Studium an der Hochschule der Deutschen Volkspolizei Berlin mit dem Abschluss als Diplom- Staatswissenschaftler. In der Zeit von 1986 bis 1991 leitete er die Morduntersuchungskommission bei der Bezirkspolizeibehörde Leipzig der Deutschen Volkspolizei. Vom 1991 bis 1998 war er Leiter der Abteilung Polizeilicher Staatsschutz beim Landeskriminalamt Sachsen. Ende 2004 übernahm er die Leitung der Polizeidirektion Grimma. Anschließend wurde er Polizeipräsident der Polizeidirektion Westsachsen. Von 2007 bis Ende September 2012 arbeitete er als Landespolizeipräsident Sachsen in Dresden. Seit 1. Oktober 2012 ist er Polizeipräsident von Leipzig.

Referat: Fälschung und Produktpiraterie aus gesellschaftlich-kriminalistischer Sicht

Bernd Merbitz wird in seinem Vortrag Einblicke in die Praxis der Verfolgung und Prävention von Fälschungsdelikten in Sachsen geben.

Marc Mittelstaedt

Design Department, Giesecke & Devrient, München (    www.gi-de.com/de)

Marc Mittelstadt wurde 1967 in München geboren. Nach einer Lehre zum Werbekaufmann in einer Frankfurter Werbeagentur studierte er Kommunikationsdesign und Bildhauerei in Augsburg und Barcelona und machte 1996 seinen Abschluss als Diplom-Designer. Nach dem Studium war er freiberuflich für Firmen wie BMW, ADAC und Sparkasse tätig. Ab 1998 arbeitete er als Art und später Creative Direktor in verschiedenen internationalen Werbeagenturen in Frankfurt, Düsseldorf und München. Seine Schwerpunkte als Art Direktor lagen im Bereich der Printprodukte wie Corporate Designs, Kampagnen und Anzeigen. Als Creative Direktor war er verantwortlich für konzeptionelles Design und Corporate Publishing. Seit 2009 ist er Head of Design bei Giesecke & Devrient.

Referat: Die Gestaltung von Banknoten am Beispiel von Giesecke & Devrient

Der Vortrag thematisiert die Entstehung des Designs einer Banknote und die Schritte der technischen Umsetzung. Ergänzend werden Beispielen aufgezeigt, wie Typografie in Vergangenheit und Gegenwart ihren Eingang in die Produkte finden. Dazu gehören Entwürfe, typografische Ausschnitte und anschauliche Beschreibungen der Druckschritte. Anhand der Beispiele erfolgt zugleich ein Exkurs zu anderen Wert- und Sicherheitsprodukten, die ähnlichen Bedingungen unterliegen wie Banknoten.

Martin Weber

Deutsche Bundesbank, Nationales Analysezentrum, Mainz (    www.bundesbank.de)

Martin Weber, geboren 1967, studierte Druckereitechnik an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Nach seinem Abschluss als Ingenieur (FH) arbeitete er ab 1991 mehrere Jahre als Technischer Leiter und Geschäftsführer in verschiedenen kommerziellen Druckereien. Seit 2001 ist er bei der Bundesbank im nationalen Analysezentrum in Mainz als Sachverständiger für Banknotenfälschungen und drucktechnische Sicherungsfragen beschäftigt. Im Jahre 2009 wurde ihm die Leitung der Arbeitsgruppe zur Analyse falscher Banknoten und Zahlungskarten sowie zur Durchführung von Falschgelderkennungstests übertragen.

Referat: Wie erkennt man Falschgeld? Aus der Praxis eines Sachverständigen für Falschgeld

Im Grunde ist die Banknote doch nur eine Drucksache. Warum ist es dann aber für den Fälscher so schwierig eine Banknote nachzuahmen? Wie versucht der Fälscher das Problem zu lösen und gibt es überhaupt den typischen Fälscher? Kann ich falsche Banknoten überhaupt als solche erkennen und was tut die Bundesbank gegen Fälschungen? Im Rahmen seiner Präsentation will Martin Weber Antworten auf diese Fragen geben und bietet dabei einen kleinen Einblick in den Alltag eines Sachverständigen für Banknotenfälschungen.

Bearbeitungsstand:  19. November 2012



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